Und dann war da noch mein Canon-Fotosemester

Schattenmuster auf einer hölzernen Oberfläche – Licht fällt durch Lamellen und bildet sanfte Linien und Zwischenräume. Symbol für Ruhe, Wahrnehmung und den Moment zwischen Licht und Dunkelheit.

Der Anfang

Ich habe immer schon gerne fotografiert – ausprobiert, experimentiert, beobachtet. Dann nahm ich an einem Fotokurs teil, einen Tag lang, mit dem Thema Wasserfall. Die Fotografin erklärte alles sehr genau – weg von der Automatik, hin zur bewussten Einstellung. Die Bilder wurden schön, technisch gut sogar. Aber kaum war ich zuhause, legte ich die Kamera beiseite und als ich sie Wochen später wieder in die Hand nahm, war alles vergessen. Blende? ISO? Belichtungszeit? Keine Ahnung und davon viel. Also blieb sie liegen. Und wenn ich sie doch benutzte, dann natürlich auf Automatik.

Ein neuer Anfang

Ein paar Jahre später war ich eigentlich auf der Suche nach einem Photoshop-Kurs. Dabei entdeckte ich bei der VHS einen Onlinekurs für meine Canon-Kamera – per Zoom. Ich meldete mich natürlich sofort an. Und diesmal war es anders: Ich verstand. Zumindest ein bisschen. Was Belichtungszeit bedeutet, warum sie wichtig ist, was ISO und Blende bedeuten. Und vor allem: dass Fotografie ein Spiel aus Licht, Zeit und Gefühl ist.

Das Fotosemester

Seitdem läuft mein Canon-Fotosemester – Monat für Monat mit neuen Aufgaben, neuen Blickwinkeln und neuen Erkenntnissen. Jede Aufgabe öffnet eine neue Tür. Einmal hieß das Thema „Finde die Mitte“ und plötzlich gehe ich durch meinen Alltag auf Spurensuche. Zu Hause, im Supermarkt, in der Natur. Wo ist die Mitte? Welche Mitte? Natürlich immer unter Berücksichtigung von Blende, ISO und Belichtungszeit – denn es geht nicht nur ums Sehen, sondern auch ums Umsetzen.

Sehen lernen

Ein anderes Thema lautete „Schatten“. Und plötzlich sehe ich sie überall – nicht nur die durch Sonne geworfenen, sondern auch die, die durch Bewegung, Struktur oder Reflexion entstehen. Ich entdecke, wie faszinierend das Spiel zwischen Licht und Dunkelheit ist. Ich lerne, bewusster zu sehen, zu warten, den Moment zu fühlen und zu akzeptieren, wenn ich ihn verpasse. Denn Geduld ist vielleicht die größte Lektion in der Fotografie.

Was Fotografie für mich bedeutet

Für mich ist Fotografie das Festhalten von Augenblicken, Eindrücken und Momenten, die eine Geschichte erzählen – an die man sich auch Jahre später noch erinnert. Diese Erinnerungen gehören nicht der Vergangenheit oder dem Vergessen – sie bleiben. Fotografie ist für mich das Sammeln von wundervollen Augenblicken, von Geschichten, die das Licht schreibt.

Mein Dank

Und all das hätte ich ohne einen besonderen Menschen vielleicht nie so bewusst gesehen. Das Einfangen von Augenblicken war mir immer wichtig – doch Lars Wunderlich, staatlich geprüfter Fotodesigner, lehrt mich, genauer hinzuschauen, zu verstehen und das Gesehene technisch umzusetzen. Er lehrt mich Geduld – für den perfekten Moment und für die, die ich verpasst habe. Ein Fotocoach mit Herz, einem Lächeln und der Fähigkeit, die Welt der Fotografie mit Begeisterung zu öffnen und immer das „Unsagbare“ in einem Bild zu sehen.